Offene Fragen um einen Rasen
In der Angelegenheit der vom Stadtrat Garbsen beschlossenen Förderung des TSV Havelse zur Sanierung eines Rasens von Hannover 96 überschlagen sich derzeit Berichte und Bewertungen in der lokalen Presse und den sozialen Medien.
Während im Stadtrat noch von einem akuten Hilferuf die Rede war, verbunden mit dem Eindruck, Hannover 96 habe dem Verein erhebliche Kosten auferlegt, ergibt sich in der aktuellen Berichterstattung ein deutlich differenzierteres Bild.
Der Verein selbst gibt an, auf Grundlage eines Wirtschaftsplanes zu arbeiten, in dem die entstehenden Kosten berücksichtigt seien. Aus Richtung Hannover 96 werden die Belastungen zudem deutlich geringer dargestellt.
Gerade deshalb ist eine sachliche und transparente Klärung erforderlich.
In der öffentlichen Wahrnehmung wird der Vorgang in weiten Teilen kritisch diskutiert. Mit Interesse habe ich dabei die Kommentare ehemaliger Funktionäre des TSV Havelse wahrgenommen. Dem Aufruf zu einer objektiven und sachlichen Auseinandersetzung folgten hier z.B. Vorwürfe des Populismus, des Eigeninteresses und der fehlenden Wirtschaftskompetenz und Weitsichtigkeit, gegen an der Debatte beteiligten Akteure. Wohlgemerkt ohne, dass diese Vorwürfe bislang mit konkreten Zahlen oder belastbaren Argumenten unterlegt wurden
Ich selbst halte Kritik am Verein selbst, genauso wie Kritik an den ablehnenden Fraktionen für falsch. Kritikwürdig ist aus meiner Sicht die Art und Weise der Antragstellung sowie die fehlende transparente Darlegung der finanziellen Notwendigkeit gegenüber dem Rat.
Bereits in der Stadtratssitzung hat der FDP-Fraktionsvorsitzender Florian Koschik klare Voraussetzungen für eine mögliche Unterstützung formuliert, die eine transparente Offenlegung der finanziellen Situation, der Notwendigkeit und der Bedeutung für die Stadt Garbsen beinhalten.
Hier sei nochmal darauf hingewiesen, dass der TSV Havelse grundsätzlich auch Förderung im Rahmen der Sportförderrichtlinie der Stadt Garbsen erhalten kann. Im Rahmen dieser Richtlinie wurden dem TSV Havelse zuletzt im Dezember 2025 mehr als 14.000 € für die Sanierung der Beregnungsanlage für die Tennisplätze unter Auflagen bewilligt.
Die Sportförderungsrichtlinie der Stadt Garbsen gibt einen gerechten Rahmen für die Förderung unserer Sport- und Schützenvereine vor. Die Richtlinie knüpft Förderungen aber auch an Vorrausetzungen, weshalb die zuvor genannte Förderung aus Dezember auch nur unter Auflagen erteilt werden konnte. Die nun beschlossene Maßnahme des Dringlichkeitsantrags der CDU und SPD Garbsen würde diesen Vorrausetzungen aber sehr wahrscheinlich nicht gerecht werden.
Förderungen über dieses Maß hinaus bedürfen einer engmaschigen Prüfung und einen echten Bedarf. Die Äußerungen des Vereinsvorsitzenden vom TSV lassen an diesem Bedarf zweifeln und stellen die Förderung der Stadt Garbsen mit einem Sponsor gleich.
Steuergeld ist kein Sponsor des Profifussballs.
Quellen:
„War der Rasentausch im Eilenriedestadion vertraglich festgelegt, Herr Präsident Wolter?“ Hannoversche Allgemeine Zeitung (Link)
„Selbst Martin Kind hat wenig Verständnis: Warum muss Garbsen Hannover 96 einen neuen Rasen kaufen?“ Hannoversche Allgemeine Zeitung (Link)
Beschlussvorlage Nr. 213/2025 im Ratsinformationssystem der Stadt Garbsen